Gesamtreflexion

blog7_reflexivehaltungDieses im Rahmen des Moduls BIM-1 angefertigte Portfolio in Form eines Blogs gestaltete sich insgesamt als eine selbstständige, über Monate erarbeitete Eigenleistung, Auslegung und Adaption der in der Vorlesung, wie auch im Seminar, gehörten Inhalte. Es ging bei diesem Portfolio vor allem um die selbstständige Auswahl bzw. Selektion von didaktischen Methoden, von denen sechs näher behandelt werden sollten. Ich entschied mich aus Gründen der Innovation und der Nicht-Kenntnis für die im Portfolio aufgeführten Methoden. Andere Methoden, wie Think-Pair-Share oder Stationenarbeiten, die ich bereits in meiner eigenen Schulzeit kennengelernt habe, schloss ich daher für eine Bearbeitung im Portfolio aus. Zu theoretische Themen wie die Arbeit mit dem Kerncurriculum schloss ich ebenfalls aus, da ich etwas über Methoden lernen wollte, die den SuS direkt etwas bringen, und nicht die Kenntnis der Lehrkräfte erhöhen (was sicherlich auch gefördert werden muss, aber das geht auch an anderer Stelle). So war für mich bereits mit Veröffentlichung der Seminarplanung klar, welche Themen in mein persönliches Portfolio Einzug finden würden. Die Erarbeitung der Themen erfolgte in einem Fünfschritt. Zunächst besuchte ich das Modul, schrieb wichtige Informationen zu den Methoden mit und notierte Literaturangaben. Anschließend recherchierte ich in der Bibliothek wie auch im Internet nach Primärliteratur. Daraufhin begann die Zusammenfassung der gewählten Methode. In einem vierten Schritt verfasste ich eigene Erfahrungen und Reflexionen zu dieser Methode. In der Endphase bat ich Bekannte und Experten zu den jeweiligen Themen Stellung zu nehmen. So erhielt ich die unterschiedlichsten Reflexionen, welche aufzeigten, wie unterschiedlich verschiedene Personen reflektieren und wie viele verschiedene Blickpunkte und Schwerpunkte es für eine Reflexion es gibt. Einige waren bloße Rückmeldungen, ob der Blog-Eintrag gelungen war oder nicht. Andere fassten meine Kernaussagen zusammen. Einige empfahlen mir tiefergehende Literatur oder Ergänzungen. All diese Reflexionen machen den Blog besonders lebendig und ließen mich viel über mich selbst lernen. So war es die ersten Male ungewohnt, als ein Kommentar unter meinem Blog erschien. Ich war unsicher, den Ansprüchen der Reflektierenden nicht zu genügen. Und tatsächlich zeigte sich, dass ich oftmals noch viele Fehler machte. So wurde ich des Öfteren auf kleinere Satzbau oder Grammatikfehler hingewiesen aber auch auf inhaltliche Defizite und zu oberflächliche Formulierungen. Mit dieser, zwar konstruktiven, aber dennoch teilweise „negativen“ Kritik umzugehen, war bei den ersten Blogeinträgen noch sehr schwer. Allerdings begann ich dann, meine Arbeit noch einmal selbst zu reflektieren und die Kritik und Reflexionen als gute Hinweise zur Verbesserung meiner eigenen Arbeit zu sehen. Das war eine große Erfahrung für mich, und ich denke das ist auch eine besonders wichtige Kompetenz für zukünftige Lehrkräfte  und besonders im Referendariat zu lernen, mit konstruktiver Kritik umgehen und diese selbstreflexiv auch umsetzen zu können.

Somit hat das Portfolio mich in Hinsicht auf meine beruflichen Aufgaben als Lehrperson vorbereitet. Zum einen habe ich gelernt, mit konstruktiver Kritik besser umzugehen und diese anzunehmen. Zum anderen musste ich jedoch auch feststellen, wie selten die von mir im Portfolio beschriebenen Methoden im realen Unterrichtsgeschehen eingesetzt werden, obwohl diese offensichtliche Vorteile aufweisen. Daraufhin habe ich mich gefragt, was der Grund dafür sein könne. Dafür habe ich zwei Antworten gefunden. Antwort 1: für die Anwendung der hier beschriebenen Methoden braucht man zumeist technische Kompetenz (Concept-Maps, Bio-Quiz, Apple TV). Aus diesem Grund werden diese Methoden vermutlich nicht von älteren Lehrkräften angewandt. Nun bleibt aber die Frage, was mit den jungen Lehrkräften ist, die ja „digital natives“ sind. Auch hier gibt es eine Antwort auf die Frage, wobei sie natürlich nur als Interpretation verstanden werden kann. Zum einen ist es nämlich so, dass für die Anwendung der Methoden eine gewisse Übung erfolgen muss. Viele Anwärter haben diese Methoden jedoch noch nie praktisch vorgeführt bekommen und kennen sie daher nur aus der Literatur, was die Hemmschwelle, die Methoden anzuwenden, natürlich deutlich erhöht. Zum anderen ist die Einbettung dieser Methoden in den Unterricht sehr planungsintensiv und zeitaufwendig. Es muss nicht nur das Equipment vorher getestet werden, auch muss die Methode einige Male geübt werden, ehe sie innerhalb des Unterrichts fehlerfrei funktioniert. Des Weiteren ist oftmals das Ergebnis (Output) dieser Methoden recht offen. Die Lehrkraft muss sich also zutrauen, mit den ungewissen Antworten der SUS umzugehen und diese in den weiteren Verlauf der Einheit einzubetten. Hier ist also ein gewisser Grad an fachlicher Expertise gepaart mit Improvisationskompetenz bzw. Flexibiliät gefordert..

Ich persönlich traue mir nun, nach praktischer Übung im Seminar und theoretischer Bearbeitung im Portfolio zu, alle diese Methoden in meinem Unterricht anzuwenden. Ich empfinde die hier beschriebenen Methoden als innovativ, motivierend und schülerorientiert. Für mich ist es ein Anspruch, den Unterricht abwechslungsreich und interessant zu gestalten und dafür werde ich sicherlich einige dieser Methoden verwenden können.

Des Weiteren konnte ich feststellen, wie attraktiv ein Portfolio im Gegensatz zu den klassischen Bewertungsmöglichkeiten ist. Durch die Arbeit an einem Portfolio wird nicht nur die Selbstständigkeit außerordentlich gefördert, sondern vor allem die intrinsische Motivation angesprochen. So kann ich mir gut vorstellen den SuS in meinem Unterricht verschiedene Themen zur Beschäftigung für die nächsten Wochen vorzugeben. Von diesen Themen suchen sie sich dann ein Thema aus und dieses bearbeiten sie und geben am Ende ein Portfolio dazu ab. Ich denke, dass so insbesondere die Motivation der Schüler gefördert wird, ihnen Interesse an ihren Interessen entgegengebracht wird, sie das Gefühl erleben, der Unterricht passt sich ihren Bedürfnissen an und das Vertrauen erfahren, dass ihnen selbstständig etwas zugetraut wird.

Insgesamt ist daher festzustellen, dass ich in diesem Modul viele hilfreiche didaktische Methoden für meine spätere Lehrtätigkeit, praktisch wie auch theoretisch bearbeiten konnte. Ich habe meine Reflexionsfähigkeit schulen können und feststellen dürfen, wo meine Stärken und Schwächen liegen.

Die Erstellung des Portfolios sowie das Anwerben von Reflektierenden war zwar arbeitsintensiv, wird aber durch das Resultat bestätigt. Ich persönlich bin sehr zufrieden mit dem Erkenntniszuwachs, welchen ich durch die Erstellung meines Blogs erlangen konnte und freue mich auf die praktische Umsetzung der erprobten Methoden.

 

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