Concept Maps

Aufgabe

Erstellen Sie eine concept map zum Thema „Ökologie des Waldes“ mit dem Programm „cmap“. Erläutern Sie, inwieweit Sie auf der Grundlage ihrer persönlichen Arbeit mit concept maps diese Methode in Hinblick auf den Unterrichtseinsatz bewerten.conceptmapsm

Was sind Concept-Maps?

Die Methode des Concept-Mapping wurde von Joseph D. Novak in den 1990er Jahren erstmals entwickelt. Bei einer Concept-Map werden im Gegensatz zu einer Mind-Map die Beziehungen der Inhalte untereinander dargestellt. Sie bestehen normalerweise aus Rechtecken, Pfeilen und deren Beschriftungen (vgl. Feller & Spörhase 2014, S.77). Das Rechteck steht dabei für einen bestimmten Begriff (concept), Pfeile symbolisieren die Beziehung zwischen zwei Begriffen. Die Beschriftung der Pfeile mit Verben spezifiziert diese Beziehung noch einmal.

Wird eine Concept-Map von einem Lernenden erstellt, so nennt man sie Concept-Map, wird sie von einer Lehrkraft erstellt, spricht man von einer Experten-Concept-Map.

Wie funktionieren Concept-Maps?

Allgemein beinhaltet eine Concept-Map der Übersicht halber zwischen 10 und 30 Begriffe. Zur Einführung dieser Methode ist es sinnvoll, zunächst eine gemeinsame Concept-Map zu erstellen, um die Schülerinnen und Schüler erstmal mit dieser Methode vertraut zu machen. Notwendig  für die Erstellung von Concept-Maps ist der Download eines Programm zur Erstellung, beispielsweise „IHMC CmapTools“. Dieses Programm ist kostenlos downloadbar.

Zunächst wird im Unterrichtsgeschehen von der Lehrkraft ein Themengebiet vorgestellt, zu dem im weiteren Verlauf der Stunde oder der gesamten Unterrichtseinheit eine Concept-Map erstellt werden soll. Je nach Leistungsstärke und Alter der Klasse können Begriffe bereits vorgegeben werden oder können von den Schülerinnen und Schüler frei ausgesucht werden. Der Vorteil der freigewählten Begriffe ist der, dass die Kinder auf ihr eigenes Wissen zurückgreifen statt nur Verbindungen zwischen eventuell noch fremden Begriffen herzustellen. Ein Nachteil liegt darin, dass einigen Kindern, besonders wenn man das Concept-Mapping in der ersten Stunde einer neuen Unterrichtseinheit nutzt, keine oder nur wenige Begriffe einfallen werden. Außerdem sind die Ergebnisse der einzelnen Gruppen so nicht mehr vergleichbar, da sich jede Gruppe auf gewisse Teilaspekte spezifizieren wird. Man muss daher bei dieser Methode auch eine andere Form der Leistungsbewertung (bzw. eine Prozessbeurteilung) vornehmen.

Auch die Gruppengröße sollte von der Lernergruppe abhängig gemacht werden. Es bietet sich Einzel-, Partner-, und Gruppenarbeit an (vgl. Feller & Spörhase 2014, S.35)

Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Begriffe in Verknüpfungen miteinander gebracht haben, schließt sich eine Präsentation der Concept-Maps an, dazu können diese beispielsweise auf DIN A3 ausgedruckt werden. Hier ist es besonders wichtig, dass alle Concept-Maps Beachtung finden, da sich die Schülerinnen und Schüler viel Mühe bei deren Bearbeitung gegeben haben.

Wird eine oben beschriebene Experten-Concept-Map erstellt, so muss sich die Lehrkraft über drei wesentliche Voraussetzungen verfügen (vgl. Feller & Spörhase 2014, S.79):

  1. Die Bedürfnisse und Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Klasse kennen
  2. Fachliches und fachdidaktisches Wissen und Identifikation der zu vermittelten Inhalte
  3. Einfache Kenntnisse im Computerumgang

Berücksichtigt die Lehrkraft diese drei Vorausetzungen, kann eine Experten-Concept-Map im Unterricht problemlos entweder als Differenzierungsmöglichkeit für sprachschwächere Lernende (s.u.) oder zur Vermittlung von Informationen für das jeweilige Thema.

Concept Map Wald
Concept Map Wald

Sinnvoll für den Biologieunterricht?

Die Concept-Map kann sowohl zum Einstieg in eine Unterrichtseinheit genutzt werden, als auch am Ende. Benutzt man sie zum Einstieg, so bekommt die Lehrkraft einen guten Überblick über das Vorwissen ihrer Schülerinnen und Schüler und kann diese besser einschätzen. Während des Lernprozesses der Unterrichtseinheit kann die Concept-Map dann stetig modifiziert und erweitert werden, sodass zum Ende der Unterrichtseinheit ein umfangreiches Netz entstanden ist. Benutzt man das Concept-Mapping zum Ende einer Unterrichtseinheit, so müssen die Schülerinnen und Schüler ihr bereits gelerntes Wissen noch einmal abrufen und in sinnvolle Zusammenhänge und Verknüpfungen bringen. Durch ein gemeinsames Erstellen der Concept-Map in Gruppenarbeiten oder im Plenum wird die Kommunikationskompetenz der Schülerinnen und Schüler gesteigert (vgl. Feller & Spörhase 2014, S.34).

Des Weiteren können Concept-Maps zur Wiederholung und Klausurvorbereitung eingesetzt werden, indem sie den Schülerinnen und Schülern das Themengebiet noch einmal übersichtlich strukturieren (vgl. Elzen-Rump & Vorholt 2012, S.81). Auch können Concept-Maps als Evaluationsinstrument dienen. Bei der Auswertung der Schüler-Concept-Maps ist es der Lehrkraft nämlich möglich, die Differenziertheit des Themenverständnises zu überprüfen (vgl. Elzen-Rump & Vorholt 2012, S. 81).

Zudem werden den Schülerinnen und Schülern Verknüpfungen zentraler Begriffe eines Themeninhalts visuell verdeutlicht und sie können ihr Vorwissen abrufen und  ihre Vorstellungen reflektieren, um die Begriffe zu ordnen (vgl. Feller & Spörhase 2014, S. 34).Gleichzeitig bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Begriffe und sind selbstständig und aktiv daran tätig, etwas zu erstellen.

Aus den oben genannten Gründen und der Schulung vieler verschiedener fach-sowie fachübergreifender Kompetenzen ist diese Methode daher als äußerst sinnvoll für den Biologieunterricht zu begreifen.

Eigene Reflexion und Bewertung für den Unterrichtseinsatz

Diese Methode ist besonders geeignet für Lernende, die mit Sachtexten große Schwierigkeiten haben. Durch die Reduktion der Informationen und durch die visuelle Darstellung können sie die entscheidenden Verbindungen besser verstehen. Sie erschließen die Informationen eventuell eher als wenn sie diese im Fließtext präsentiert bekommen würden. Allerdings ist auch hier einschränkend zu erwähnen, dass dies von Lerner zu Lerner unterschiedlich ist – ob diese Methode für leseschwache Schülerinnen und Schüler geeignet ist, muss im Einzelfall untersucht werden.

Es muss auch festgehalten werden, dass diese Methode sich eher an ältere Schüler richtet. Da bereits ich selbst, um aus einer persönlichen Sichtweise zu sprechen, Probleme bei der Anfertigung der Concept-Map hatte, und diese erst nach einiger Einzelarbeit ausräumen konnte, halte ich den Einsatz in einer unteren Klassenstufe generell für schwierig. Es ist sehr viel Computerkenntnis und logisches Verständnis des Themas nötig, um ein solches Concept-Map zu erstellen. Das bedeutet nicht, dass ich gegen Concept-Maps im Allgemeinen bin. Ich halte diese Methode lediglich sinnvoller sofern sie in Form von Experten-Concept-Maps, also von Lehrkräften angefertigt (die dieses logische Denke beherrschen), verwendet wird. In diesem Fall halte ich durch die sprachliche Reduktion und die Beschränkung auf wesentliche Begriffe diese Methode für sinnvoll. Auch kann ich mir gut vorstellen diese Methode (sofern ich mich noch mehr damit vertraut mache) in einer Klausurvorbereitungsstunde zu nutzen um das Thema noch einmal zu strukturieren und gemeinsam mit den Kindern die wichtigsten Schlagwörter zum Lernen für die Klausur zu erarbeiten.

Nach meiner Empfindung kann diese Methode daher von Seiten der Lehrkraft mit Schülerinnen und Schülern ab der 8. Klasse mittels Experten-Concept-Maps oder gemeinsam erstellter Concept-Maps verwendet werden. Ich selbst werde, so der jetzige Stand, diese Methode allerdings eher nicht in meiner späteren Klasse verwenden. Das liegt vor allem daran, dass mir selbst das systematische und logisch-verknüpfende Denken schwer fällt und ich persönlich lieber einen vollständigen Text lese, an dem ich mich „langhangeln“ kann. Scheinbar ist Deutsch nicht ohne Grund mein zweites Studienfach.

 

Literatur:

Elzen-Rump,V.; Vorholt, H. (2012). Lernen aus Sachtexten mit Concept Maps. In: Ruppert, W. (Hrsg.): Selbstreguliertes Lernen: Unterricht Biologie Heft 377/78, S. 79-81.

Feller,W.; Spörhase, U.  (2014). – Innere Differenzierung durch Experten-Conzept-Maps. In: Spörhase, U.; Ruppert, W. (Hrsg.). Biologie-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II. Cornelsen: Scriptor, Berlin, S. 77-80.

 

 

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2 Kommentare zu “Concept Maps”

  1. Hey, danke für deine Erläuterung der Concept Map Methode! Hintergründe, Anwendung und Diskussion der Methode sind absolut einleuchtend und die Beispiel-Concept Map hilft nocheinmal alles nachvollziehen zu können.
    Ich kannte die Methode schon aus meiner Arbeit an einer Hochschule in Niedersachsen. Dort arbeite ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Serviceeinrichtung für Studierende und habe unter anderem die Aufgabe mit Lehrenden und Studierenden neue Lehr-Lern-Konzepte zur Verbesserung der Qualität des Studiums zu entwickeln. In diesem Zusammenhang sind wir gerade dabei in 3 Studiengängen (Ingenieurswissenschaften, Agrarwissenschaften und BWL) den Einsatz von Concept Maps zu erproben. In ganz unterschiedlicher Art und Weise: In einer Grundlagenvorlesung im Fach Mathematik und in einer Vorlesung in einem agrarwissenschaftlichen Studiengang nutzen die Lehrenden die Experten-Concept-Maps um die Inhalte der Vorlesung über ein gesamtes Semester, bzw. ein gesamtes Modul transparent zu machen und Zusammenhänge zwischen Themenfeldern aufzuzeigen. In einer seminaristischen Lehr-Lern-Form in einem betriebswirtschaftlichen Studiengang wurde der Spieß umgedreht: Die Studierenden haben als Leistungsnachweis die Aufgabe bekommen, ihre „eigene“ Concept Map aus dem gelernten Stoff des Seminars zu gestalten und den eigenen Lernprozess damit darzustellen und am Ende des Semesters zu präsentieren. Die Art der Visualisierung ist sowohl für die Studierenden als auch für die Lehrenden neu und hat schon für Irritation gesorgt- aber ich denke Irritation ist ja eine Möglichkeit einen Lernimpuls zu setzen! 🙂
    Deine Reflexion und Kritik an der Methode scheint mir dennoch berechtigt. Eine Concept Map als Computer-Grafik ist nicht jedermanns/ jederfraus Sache und führt nicht unbedingt dazu, dass man auf diese Art Zusammenhänge besser versteht. Sie ersetzt bestimmt auch nicht, Literatur und Fachtexte zu Rate zu ziehen.
    Meine Erfahrung zeigt (und vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit für die Anwendung in der Schule?), dass Concept Maps an die Bedarfe und die Gegebenheiten der Lehrenden und Lernenden angepasst werden sollten. So ist die Experten-Concept Map in der Mathematik noch recht „konventionell“ (Pfeile, Rechtecke, kleine Grafiken und wichtige Formeln), in den Agrarwissenschaften sind es schon kleine Comic-Figuren, die Zusammenhänge aufzeigen und bestimmte Inhalte symbolisch darstellen. Der Leistungsnachweis in BWL lässt den Studierenden komplett freie Hand, wie sie ihre „Map“ gestalten (in einer PowerpointPräsentation, aus Pappmaché, auf einem Poster, mit Fotos, in einer Videosimulation, etc.).
    Ich bin daher eigentlich ganz überzeugt von der Methode, weil sie helfen kann, komplexe Zusammenhänge darzustellen und hilft, sich einen Überblick zu verschaffen. Im besten Falle lernen Schülerinnen und Schüler diese Art des Denkens schon in der Schule, dann fällt es ihnen eventuell auch leichter, bereits in den ersten Studiensemestern einen Blick auf die Gesamtheit des Studienfachs oder eines Moduls zu entwickeln und Inhalte leichter lernen und anwenden zu können.

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  2. Hallo 🙂
    Vielen Dank für die Concept-Maps. Kannte ich so nicht, konnte ich aber gut nachvollziehen. Anleitung fand ich einleuchtend, detailliert beschrieben und sehr schön dargestellt. Insgesamt geällt mir sehr gut, dass überall auch Bilder integriert sind, die das ganze noch anschaulicher machen.

    Folgende Punkte sind mir aufgefallen:

    1) Bei der Beschreibung ganz oben, übst du teilweise bereits Kritik bzw. weist auf Limitationen / Grenzen der Methode hin. Dies hast du bei den Mysterys anders strukturiert.

    2) bei folgender Passage „Berücksicht die Lehrkraft diese drei Vorrausetzungen, kann eine Experten-Concept-Map im Unterricht problemlos entweder als Differenzierungsmöglichkeit für sprachschwächere Lernende (s.u.) oder zur Vermittlung von Informationen für das jeweilige Thema.“ fehlt ein Verb

    3) insgesamt kürzer gehalten als das Mystery

    Ich finde es insgesamt eine sehr gelungene Darstellung und musste sehr schmunzeln bei deiner Reflexion des Ganzen. Allerdings musst du bei deiner eigenen Eignung nicht so tief stapelt 😉

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