Bio-Quiz

Aufgabe

Bilden Sie Zweier Gruppen. Erstellen sie aus „naturbewusst 3“ 1-2 Quizfragen á la „Wer wird Millionär“. Die Quizfragen werden zentral zusammengefasst, danach wird das Quiz durchgeführt. Dokumentieren Sie ihre Quizfragen. Kommentieren Sie Ihre Erfahrungen vor und während des Quiz vor dem Hintergrund eines möglichen Einsatzes im Biologieunterricht.

Hier ein Beispiel für ein Bio-Quiz herunterladen:

Quiz_Gesund_sein_und_auch_bleiben (1)

Was ist ein Bio-Quiz?

Bio-Quiz ist nicht gleich Bio-Quiz!

Zunächst einmal kann das Bio-Quiz auf zwei verschiedene Arten vorbereitet werden. Entweder erstellen die Schüler und Schülerinnen selber in verschiedenen Gruppen Quizfragen für die anderen Schüler und Schülerinnen oder die Lehrkraft erstellt Fragen für die Klasse. Wird das Quiz jedoch von der Lehrkraft erstellt, wird lediglich der Kompetenzbereich Fachwissen überprüft.

Erstellen die Schüler und Schülerinnen die Fragen, so müssen sie ihr Wissen zu einem bestimmten Thema aktivieren, das bisher Erarbeitete reproduzieren und sich sowohl falsche, als auch richtige Lösungen ausdenken. Dadurch wird das Bewusstsein für das Thema geweckt, Wissen wiederholt, strukturiert und bewertet. Außerdem verinnerlichen die Schüler und Schülerinnen  bereits während der Spielvorbereitung das Wissen in der jeweiligen Kategorie und erlangen so ein tieferes Fachwissen und fördern alle Kompetenzbereiche (vgl. Spörhase S. 216).

Die Spielregeln und der Verlauf des Quizes sowie die Gruppeneinteilungen sind mit der Klasse gemeinsam zu besprechen. Dabei kann sich an das bekannte Fernsehquiz „Wer wird Millionär“ oder an die App „Quizduell“ angelehnt werden. Bezüglich der Gruppeneinteilungen können verschiedene Möglichkeiten erwogen werden. So kann man Gruppen gegeneinander antreten lassen (beispielsweise spielt die Wand-gegen die Fensterseite). Außerdem kann reihum ein Schüler bzw. eine Schülerin die Antwort geben. Dabei sollte man jedoch aufpassen, dass man leistungsschwächere Schüler und Schülerinnen nicht stigmatisiert und auch die leistungsstarken Schüler und Schülerinnen in eine unangenehme Situation bringt, eventuell nicht die Antwort auf die Frage zu wissen.

Wozu ist das gut?

Bio QuizDas Quiz ist vor allem zur spielerischen Überprüfung von Fachwissen gedacht (vgl. Spörhase S.216).

Voraussetzungen?

Die Schüler und Schülerinnen sollten eine gewisse Quiz-Freude haben, daher eignet sich das Quiz besonders für die 5-7 Klasse, kann aber prinzipiell in allen Klassenstufen eingesetzt werden.

Wie funktioniert das?

Zunächst einmal müssen die Regeln des Spiels festgelegt werden. Dabei bietet es sich an einen Quizmaster zu bestimmen, der die Fragen vorliest und die Antworten gibt. Dieser Quizmaster kann sowohl der Lehrer, als auch ein Schüler oder eine Schülerin sein. Außerdem können eine Jury oder Schiedsrichter festgelegt werden. Des Weiteren müssen die zu ratenden Personen festgelegt werden. Außerdem muss besprochen werden, ob sich die Gruppenmitglieder untereinander beraten dürfen, ob es ein Zeitlimit zur Beantwortung der Fragen gibt, ob die Gruppen bzw. Schüler und Schülerinnen für richtige Antworten belohnt werden, ob Punkte vergeben werden, und wie die Gewinner(-gruppe) entlohnt werden soll.

Nachdem diese Regeln geklärt sind, kann begonnen werden die Quizfragen zu generieren und danach das Quiz nach den vereinbarten Regeln zu spielen. Schwierige Quizfragen können dabei wiederholt werden oder Eselsbrücken bzw. Merksätze zu diesen formuliert werden (vgl. ebd. S.217).

Nach dem Quiz kann über die Fragenqualität und über gemachte Fehler diskutiert werden. Außerdem können Eselsbrücken ausgetauscht werden und Merkstrategien vorgestellt werden.

Eigene Reflexion und Bewertung für den Unterrichtseinsatz

Das im Seminar erstellte Quiz zum Thema „Gesund sein und auch bleiben“ kann als Experten-Quiz bezeichnet werden, die Studierenden kannten sich mit dem Thema bereits vor der Erarbeitung des Quizes aus und nahmen lediglich zur Aktivierung des Wissens Schulbücher zur Hilfe. Die Seminargruppe legte nach der Festlegung des Themas die Spielregeln miteinander fest. So beschlossen wir zwei Gruppen zu formen, die gegeneinander antreten sollten. Die eine Gruppe formulierte Fragen für die andere und umgekehrt. Danach wurde gespielt. Das Spiel bereitete viel Freude, wobei man selbst Angst hatte, sich bei Falschantworten zu blamieren. In Hinblick auf die Durchführung mit einer Lerngruppe ist dieses besonders zu reflektieren, da dort die Angst vor Verspottung und Ausgrenzung sicherlich noch größer ist als in einer Studiengruppe, wo man mittlerweile ein gefestigtes Selbstkonzept aufweist.

Während und nach dem Spiel fanden Diskussionen über bestimmte Fragen statt. So kann beispielsweise Frage 2 genannt werden. Hier sind zu der Frage: „Wie viele Blutzellen sind in einem 1 ml³  Blut enthalten?“ vier Antworten gegeben, die alle stimmen könnten. Die Zahlenwerte liegen so nah beieinander, dass ein Beantworten fast unmöglich ist, weswegen diese Frage nur mit Raten beantwortet werden konnte. Auch das ist mit einer Lerngruppe zu reflektieren, denn in so einem Fall ist der Lernzuwachs nicht als sonderlich hoch einzustufen.

Unbenannt

Ich persönlich habe das Quiz bereits in meiner Praxisphase durchgeführt. Dabei habe ich mich bewusst für eine Einteilung der Klasse in zwei Gruppen entschieden, und mich somit gegen die Methode entschieden, jeden Schüler eine Frage beantworten zu lassen. Zwar birgt diese Möglichkeit die Gefahr, dass einige Gruppenmitglieder sich nicht am Quiz-geschehen beteiligen, dafür wird aber auch die Gefahr minimiert, dass man vor der Klasse wegen einer Falschantwort vorgeführt wird. Im Anschluss an die Festlegung der Gruppen besprachen wir die genauen Spielregeln, so wurden Punkte für richtige Antworten verteilt, und zum Geben einer Antwort hatten die Gruppen 3 Minuten Zeit, eine Beratung untereinander sollte erlaubt sein. Daraufhin begangen die Schüler und Schülerinnen Quiz-Fragen zu entwickeln, dafür wurden unterschiedliche Räume aufgesucht, damit die andere Gruppe nicht schon vorab die Fragen hören konnte. Das anschließende Spiel machte den Schülern und Schülerinnen sehr viel Freude. Wurden Fragen falsch beantwortet, wurden diese als Gruppenfehlentscheidungen gewürdigt, sodass kein Schüler sich bloßgestellt fühlte. Natürlich waren einige der Fragen der Schüler und Schülerinnen zu einfach und andere zu schwer und schlicht und einfach nicht mit dem erworbenen Wissen lösbar. Das wurde im Anschluss an das Spiel besprochen. Außerdem sollten die SuS mit Textmarker in ihrer Mappe markieren, was sie sich noch einmal besonders in Bezug auf die Klassenarbeit anschauen müssten.

Literatur:

Spörhase, U. (2007). – Bio-Quiz. In: Spörhase, U.; Ruppert, W. (Hrsg.). Biologie-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II. Cornelsen: Scriptor, Berlin, S. 216-218.

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Ein Kommentar zu “Bio-Quiz”

  1. Liebe Tessa,

    ich denke, dass sich diese Art der Unterrichtsgestaltung auf den Lernprozess postiv auswirken könnte. Mit dieser Methode scheint es mir möglich den gesamten Lernprozess (Wissen aufnehmen-> verstehen->speichern-> abrufen) spielerich abzubilden. Insbesondere die Möglichkeit, dass die SuS sich die Fragen selbst ausdenken können, scheint mir im Kontext des Aufbaus neuer Denkstrukturen sehr sinnvoll. Die SuS können so direkt an ihr eigenes Vorwissen anknüpfen und haben gleichzeitig das Gefühl an der Unterrichtsgestaltung zu partizipieren, was sich im Hinblick auf die Eigenmotivation sicherlich positiv auswirkt. Wenn die SuS ihre Vorkenntnisse zu einem Thema aktivieren und daran anknüpfen, fällt es ggf. auch leichter, das neu Gelernte in ihren Denkstrukturen zu nutzen. Im Hiblick auf den auf den Neugier-Erfolgs-Loop (Dyckhoff & Grochowiak 2001) könnte die Quiz-Methode den Neugier- und Ausdaueraspekt erhöhen und im besten Falle den Ernüchterungseffekt minimieren. Außerdem scheint mir diese Methode, je nach spezifischer Ausführung, auch den verschiedenen Lerntypen (auditiv, optisch-visuell, haptisch-kinästhetisch) gerecht zu werden (vgl. Vester 2009). Da das individuelle Lernen m.E.n. grundsätzlich eher schwer von außen festgelegt und geplant werden kann, bietet diese Vorgehensweise offensichtlich genug Lernraum um die Eigenpotenziale der SuS zu fördern. Ausgehend davon, dass der Haftwert des Lernens größer ist, wenn die SuS nicht nur hören, sondern aktiv mit den Inhalten umgehen und ca, 90% der Inhalte sichern wenn sie das Gelernte selbst ausführen und anwenden (vgl. Foppa 1960), könnte das Bio-Quiz eine innovative Möglichkeit sein den Biologieunterricht rezipientengerecht zu berreichern.

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